History
".....der fröhliche Untergang", so lautet im Februar 1984 der leicht morbide Untertitel der neu gegründeten Szenekneipe "Café Titanic".
Mißtrauisch beäugt von Anwohnern und Kritikern wird nach langer Umbauzeit in den Räumen einer ehemaligen Metzgerei das Schiff vom Stapel gelassen. Schon am Eröffnungstag drangvolle Enge, stickige Luft und guter Sound. Kurz danach die ersten Live-Veranstaltungen. Die westfälische Rockmusik- und Kultur-Diaspora wird missioniert; die Zuschauer und -hörer drängeln sich auf und unter Stühlen, Tischen und Bänken,
wenn Phil Shackleton alleine mit seiner Ovation die Kneipe in ein Tollhaus verwandelt.
Das bleibt nicht ohne Folgen: Die Anwohnerproteste werden lauter und deutlicher: Mitten im Wohngebiet kann es nicht weitergehen. Im November 1987 zieht die ,,Titanic" um: Im ehemaligen Güterschuppen des Sendenhorster Bahnhofs wird die Kneipe ,,Titanic" zum ,,Liveclub Titanic."
Mehr Platz, eine richtige Stage, neue Technik, verbunden mit dem faszinierenden Ambiente des lndustriedenkmals: das Publikum dankt es. Die Acts auf der Bühne ziehen immer neue Leute an, die Titanic wird im Umkreis immer bekannter und beliebter.
Die Liveclub-Atmosphäre schätzen auch die Bands: Namen wie "Birth Control", "GuruGuru", "Die Komm'mit Manns" und viele andere bekannte oder weniger bekannte Combos geben wöchentlich ihr Stelldichein. Kult-Charakter hat inzwischen schon das ,,Soulfamily"-Konzert an jedem 1. Weihnachtstag.
Das Angebot erschöpft sich aber darin nicht: Die Kabarettreihe findet viele Freunde: Hanns-Dieter Hüsch, die "Bullemanner", die "Kleinen Mäxe" und viele andere Kabarettisten treten vor ausverkauftem Haus auf. Das Programm wird Programm; Regelmäßig sendet der WDR seine "Unterhaltung am Wochenende" aus der Titanic. Ob Kindertheater, Fußball auf Großleinwand und in "echt" (...im Projekt Fußball & Kultur), Kunstausstellung oder Events.
Auch nach 15 Jahren ist die Titanic nicht abgesoffen. Und wenn auch das Publikum der ersten Generation jetzt Samstagabends auch schon mal lieber "Wetten daß" guckt, sind die Reihen im Titanic noch immer gut gefüllt.


